Gießerei-Branche

Heterogene Prozesse erfordern flexible Kostenrechnung

Die deutsche Gießerei-Branche ist eher klein, besitzt aber als klassische Zuliefer­industrie eine absolute Schlüssel­funktion. Denn es gibt kaum einen Fertigungs­zweig, der nicht gegossene Komponenten verwendet. Das macht die mittel­ständisch geprägte Branche wirtschaftlich so bedeutsam.

Nach wie vor ist die deutsche Gießerei-Branche die Nummer eins in Europa. Die Wirt­schafts­krise haben viele der 600 Firmen mit ihren 87 000 Mitarbeitern gut überstanden, allerdings nicht ohne Folgen.
„Die Auftrags­bücher sind voll, doch nicht mehr alle Kosten können heute an den Kunden weiter­gegeben werden“, sagt Kai Bembenek, Vertriebs­leiter der RGU GmbH, eine der führenden Anbieter gießerei­spezifischer ERP- und PPS-Systeme.

Heterogene Einzelteilfertigung

„Das Gießen ist das einzige formgebende Verfahren, das nahezu jede erdenkliche und komplexe Form abbilden kann“, stellt Bembenek klar. Viele unterschiedliche Gieß­verfahren und der Werkstoff dienten dazu, die gewünschten Material­eigen­schaften und Formen je nach Verwendungs­zweck anbieten zu können – von Brems­scheiben bis hin zu Walzen und Aggregaten für den Kraft­werks­bau. In der Regel als Vor­fabrikat, häufig bereits fertig­bearbeitet oder als ein­bau­fähige Bau­gruppe. Die häufigsten Werkstoffe sind Grau­guss, Sphäro­guss und Stahl­guss, die im Maschinen- und Schiffs­bau eingesetzt werden, sowie die Nicht­eisen­werk­stoffe Aluminium und Magnesium für die Automobil- und Flug­zeug­industrie. Als Besonde­rheiten kommen verschiedenste Unter­legie­rungen hinzu. Bembenek: „Zusätzlich sind die Anforderungen an die Qualität der Guss­teile enorm gestiegen.“ Und das in einer Branche, in der es mehr Einzel- als Serien­fertigung gibt.
Das setzt der Rationalisierung Grenzen, zumal viel Wissen an erfahrene Mitarbeiter geknüpft ist.

Schwierige Planung und Kalkulation

So gelten Planung und Kalkulation des gesamten Produktions­prozesses mit allen Bearbeitungs­schritten als die größten Heraus­forderungen der Branche. Sie sind die Voraus­setzung für eine kosten­optimale Disposition der Gussteile. Weitere wichtige Themen der Branche sind die gestiegenen Energie- und Roh­stoff­kosten, die Guss­teil­verfolgung sowie die Betriebs­daten- und Maschinen­daten­erfassung.

PPS-System von RGU

„Die RGU ist spezialisiert auf die Optimierung dieser unter­nehmens­internen und unter­nehmens­über­greifen­den Prozesse in Gießereien, bildet sie im eigenen ERP/PPS-System ab und bietet die Grund­lage für konti­nuier­liche Ver­besserungen“, so RGU-Geschäfts­führer Ronald Kreft. Modular aufgebaut erfasst das System RGU OPTI alle Fertigungs- und Arbeits­prozesse einer Gießerei – von der Produktions­planung, Kalkulation, über das Qualitäts­management, die Material­wirt­schaft bis hin zu Einkauf und Vertrieb. Hinzu kommt die spezifische Gattierungs­optimierung für die ideale Zusammen­setzung der Schmelze. Das Erfolgs­rezept der RGU: spezifisches Gießerei-Fach­wissen kombiniert mit kreativer Anwender­programmierung. 25 Jahre erfolgreiche Markt­präsenz sprechen für sich.

Homogene Gesamtlösung

„Als Anbieter von Gesamt­paketen bündeln wir unsere Kompetenzen mit denen von Herstellern professioneller Branchen­lösungen wie der RGU GmbH“, sagt Vertriebs­chef Kenan Cosar. In den Bereichen Rechnungs-, Personal­wesen und Controlling übernimmt MEGA Software mit seiner Business-Lösung MegaPlus® die kauf­män­nische Ab­wicklung der Prozesse und ergänzt das PPS-System der RGU GmbH optimal. Seit Jahren kooperiert die RGU gerade in dem sehr komplexen kauf­män­nischen Bereich mit nam­haften Software­anbietern wie MEGA Software. Homogene Gesamt­lösungen sind das Ziel der Partner.

Produktion der deutschen Gießerei-Industrie
Foto: Ramon Wachholz

Leistungsfähige Kostenrechnung

Gerade die Gießerei­branche verlangt eine besonders leistungs­fähige Kosten­rechnung wie die von MegaPlus®, die über eine sehr differenzierte und flexible Zuschlags- und Ver­rechnungs­satz­bildung verfügt. Gründe sind die hoch spezialisierte Einzel­fertigung und der damit verbundene sehr heterogene Material­einsatz. Über die Kosten­rechnung von MegaPlus® werden die tatsächlichen Ist-Zuschläge und Ver­rechnungs­sätze für das einzelne Produkt berechnet, die in der Kalkulation zunächst als feste Plan­kosten auftauchen. Überdies leistet die Kosten­rechnung von MegaPlus® die inner­betriebliche Leistungs­ver­rechnung. Die Finanz­buch­haltung von MegaPlus® übernimmt die gesamte Buch­haltung, Bilanzierung sowie Konto­korrent­abwicklung, Mahn­wesen und Zahlungs­verkehr.